Harry Potter und das Siegel der Drachen von JackStamper (mein persönlicher siebter Band) ================================================================================ Kapitel 1: Dumbledores Wille ---------------------------- Es ging auf zwei Uhr nachts zu, als Pr. McGonnagal es aufgab, das Portrait ihres Vorgängers aufzuwecken. Sie wusste, dass jeder, der die jeweilige Person persönlich gekannt hatte, die ersten Jahre nicht mit einem Abbild dieser Person in einem Gemälde reden konnte, aber sie hatte es trotzdem probiert, in der Hoffnung, dass Dumbledore irgendeinen Trick gekannt hatte, mit der er diese Sperre aufheben konnte. Sie beobachtete das Portrait noch eine Weile, dann drehte sie sich um und setzte sich an ihren Tisch. Ihren Tisch…es kam ihr immer noch so falsch vor, hier in diesem Raum zu sitzen, den er so lange bewohnt hatte. Aber sie war die stellvertretende Schulleiterin gewesen, und dementsprechend befugt, zunächst die Zügel in die Hände zu nehmen. Wie lange sie diesen Posten behielt, hing erstmal davon ab, ob die Schule überhaupt geöffnet blieb. Sie sah sich im Raum um. Den Schrank hatte sie nur einmal geöffnet, während ihrer nun drei Wochen als Schulleiterin. Sie hatte den Versuch gewagt, Dumbledores persönliche Gegenstände aus dem Schrank irgendwo anders hinzuräumen, traute sich letztlich aber doch nicht, auch nur ein Spinnennetz zu entfernen. Neben dem Schreibtisch stand auch immer noch die Stange, auf der früher der Phönix Fawkes saß. Diesen hatte sie jedoch nie wieder gesehen, seit diesem schrecklichen Abend. Das einzige, was anders war, war der Schreibtisch, der ganz leer geräumt war, bis auf eine Flasche elfengemachter Wein und zwei Gläser, die sie am Abend dort hingestellt hatte. „Wo bleibt er nur“, dachte sie und war das erste Mal seit einiger Zeit mit den Gedanken nicht bei Dumbledore. Nein, sie dachte an den Zaubereiminister, Rufus Scrimgeour, der sich eigentlich schon für den Vorabend angemeldet hatte, sich nun aber lange verspätete. Eine zeitlang hatte Pr. McGonnagal Angst, er könnte irgendwie in Gefahr geraten sein, aber jede Todesseraktivität wäre ihr gemeldet worden, zumal er ja auf dem Weg zu ihr nur im Ministerium gewesen wäre. Inzwischen dachte sie, er würde warten, bis sie völlig übermüdet war, damit er im Gespräch die Oberhand behielt und seinen Willen durchsetzen würde. Da konnte er lange warten, dachte sie und wollte gerade wieder aufstehen, um einen erneuten Versuch am Portrait zu wagen, als sich der Kamin in ihrem Zimmer plötzlich mit einem grün lodernden Feuer füllte. In diesem Feuer erschien, sich wild um die eigene Achse drehend, der Zaubereiminister Rufus Scrimgeour. „Guten Abend, Herr Minister“, meinte Pr. McGonnagal, diesen dabei beobachtend, wie er Asche aus seinen mähnenartigen Haaren, die ihm das aussehen eines gealterten Löwen verschafften, klopfte. „Guten Abend Minerva, entschuldigen Sie die Verspätung, wir haben einen Todesser verhört“, meinte Scrimgeour, der Pr. McGonnagal nicht ansah und ebenso wenig darauf achtete, den Teppich von Asche frei zu halten. Nachdem er seine Kleidung gesäubert hatte, nahm er auf dem Stuhl Platz, der vor dem Pult stand und wartete darauf, das Pr. McGonnagal das Wort übernahm. Diese nahm die Flasche Elfenwein, und goss beiden ohne groß nachzufragen etwas ein. „Ich nehme an, Sie haben die Entscheidung der Schulräte gehört?“, fragte sie in einem beiläufigen Ton. Scrimgeour sah sie ohne einen Muskel zu zucken an und ignorierte den Wein völlig. „In der Tat“, meinte er nach einiger Zeit, „auch wenn ich sie bedaure…“ „Das bezweifle ich nicht“, meinte Pr. McGonnagal, während sie ihr Glas in die Hand nahm. „Trinken Sie ruhig, er ist weder vergiftet noch verflucht, und ich würde mich unterstehen, da Veritaserum oder sonstiges rein zu gießen.“ Scrimgeour zögerte, dachte dann aber wohl, dass dies stimmte und nahm sein Glas in die Hand. „Auf Dumbledore“, meinte er, und stieß mit Pr. McGonnagal an. Diese erwiderte den Gruß nicht, trank dafür den kompletten Inhalt des Glases in einem Zug aus. Ihr Gesicht hatte jetzt leicht gereizte Züge. „Wissen die Lehrer schon von der Entscheidung?“, fragte Scrimgeour, der nun, da Pr. McGonnagal den Wein so deutlich vorgekostet hatte, auch einen Schluck nahm. „Nein“, meinte Pr. McGonnagal wahrheitsgemäß, „aber ich habe das Gefühl, dass sie es irgendwie mitbekommen haben. Eventuell hat ein Gemälde alles ausgeplaudert. Wie dem auch sei, diese Entscheidung ist der Grund unseres Treffens.“ Scrimgeour stellte sein Glas wieder hin und sah Pr. McGonnagal eine Weile an. Dann räusperte er sich und sprach: „Ich weiß, was Sie meinen. Wenn die Schulräte eine Entscheidung getroffen haben, kann höchstens der Zaubereiminister persönlich diese widerrufen. Aber ich weiß nicht, ob ich das auch verantworten kann“ „Ich dachte, Sie bedauern die Entscheidung, die Schule zu schließen?“, fragte Pr. McGonnagal nachhakend, „Nun, wie Sie sagten, gerade Sie können sie widerrufen. Und das noch bevor sie an die Öffentlichkeit gerät und es nur noch mehr Ärger geben wird.“ Pr. McGonnagal hatte sich inzwischen das zweite Glas gefüllt und sah Scrimgeour genau an. Dieser wartete eine Weile, bevor er auf den Vorschlag antwortete: „Meine Liebe, das ist eine Entscheidung, die sorgfältig überlegt sein sollte. Die Schulräte haben ja ihre Gründe, warum sie zu ihr kamen, und ich muss sagen, die sind ziemlich erdrückend.“ Er nahm noch einen Schluck des Weines und füllte sich dann selbst nach. „Ich weiß, wie stark geschützt Hogwarts ist“, meinte er weiter, „aber der Vorfall vor drei Wochen hat deutlich gezeigt, dass der Schutz nicht perfekt ist. Zudem möchte ich anmerken, dass ich nicht weiß, ob Sie die erforderliche Schüleranzahl überhaupt zusammen bekommen. Es erscheint mir schon schwierig, dass Sie überhaupt erst zehn Schüler zurückbekommen.“ Sie erhob sich nun und wanderte zu dem Portrait, in dem Dumbledore weiterhin schlief. „Ich weiß, dass wir bestimmt nicht die Schüleranzahl der vergangenen Jahre erreichen und dass wir die Grenze, die normalerweise überschritten werden muss, um die Lizenz zu bekommen, möglicherweise nicht erreichen. Aber es sind ja auch keine normalen Zeiten. Ich habe von Madame Maxime, der Schulleiterin von Beauxbatons gehört, dass auch sie Probleme hatte, die Grenze zu erreichen, aber dass das französische Zaubereiministerium in diesem Sonderfall die Grenzen aufgehoben hat. Natürlich sind die Gefahren dort weniger stark präsent, aber gerade in diesen Zeiten ist es doch wichtig, dass die Kinder lernen, wie Magie funktioniert. Wie sollen sie sich sonst verteidigen? Was die Sicherheit angeht, wir haben aus dem Vorfall gelernt. Es gab eine Schwachstelle in Hogwarts, eine Kammer, die nur wenige kennen und die aufgrund ihrer Fähigkeiten ein Feld voller Möglichkeiten bat. Zweifellos nicht nur für die böse Seite, aber diese hat sie leider genutzt.“ Sie sah eine Weile zum Portrait und drehte sich dann wieder um. Scrimgeour sah sie nachdenklich an, was ihr Hoffnung gab. „Was ist jetzt mit der Kammer?“, fragte er. „Versiegelt. Wir haben uns schnell dafür entschieden, da wir uns nicht sicher sein konnten, ob sie nicht noch einmal benutzt werden würde“, beantwortete Pr. McGonnagal die Frage. „Und etwaige andere Geheimräume?“ „Wir haben vor kurzem ein System installiert, das uns genau sagen kann, wer gerade in unseren Gemäuern ist. Und ich kann ihnen versichern, das System ist narrensicher“, meinte Pr. McGonnagal und war in Gedanken bei dem Brief, der noch in ihrem alten Büro lag, „Wir haben an alles gedacht, Herr Minister. Die Schulräte waren sowieso nicht einstimmig in ihrer Entscheidung. Geben Sie den Schülern, die noch den Willen und die Erlaubnis haben, doch die Chance, diese Schule weiter besuchen zu dürfen.“ Scrimgeour nahm einen tiefen Schluck und überlegte. „Nein“, meinte er nach einiger Zeit, und Pr. McGonnagal fühlte sich, als ob alle Luft aus ihr gelassen wurde, „Nein, es scheint mir weiterhin zu gefährlich…Sie sagten mir doch neulich, ihr Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste sei ein getarnter Todesser gewesen, oder? Was, wenn wieder ein Todesser eine Stelle annimmt?“ „Wollen Sie etwa andeuten“, meinte McGonnagal, die sich nun wieder aufrichtete und wütend wurde, „dass Sie einen von uns als Todesser verdächtigen? Ich kann ihnen versichern, dass keiner von uns an den dunklen Künsten interessiert ist.“ „Meine Liebe“, begann Scrimgeour, „nichts gegen Sie, aber hatte Dumbledore nicht so was Ähnliches behauptet? Und am Ende war es ganz anders. Und – verzeihen Sie – aber zu Dumbledores Einschätzungen hatte ich mehr Vertrauen als zu Ihren.“ Pr. McGonnagal setzte sich wieder hin. Sie sagte nichts. Und nach einem Moment drückender Stille ergriff Rufus Scrimgeour wieder das Wort: „Das Ministerium kann nicht verantworten, Minderjährige auf eine Schule zu schicken, auf der eventuell Todesser unterrichten. Und den Verdacht können wir nicht von der Hand weisen, bis Sie uns nicht Beweise liefern, was Ihre Lehrer außerhalb ihrer Schulzeit tun." Pr. McGonnagal sah auf und sah Scrimgeour fassungslos an. „Das wollen Sie also“, meinte sie, „Sie wollen die Aktivitäten des Ordens erfahren…“ Scrimgeour sah sie scheinbar überrascht an. „Nun…wenn die betreffenden Personen im Orden aktiv sind dann müssen wir natürlich auch das Wissen…das würde natürlich schneller beweisen, das sie keine Todesser sind, versteht sich.“ Pr. McGonnagal sah auf ihr Pult. War es das wert? Konnte sie Scrimgeour wirklich diese Informationen übergeben? Sie seufzte und sah wieder zum Portrait hoch. Und das Portrait sah zurück. Pr. McGonnagal erstarrte, als sie sah, dass das Portrait in ihre Richtung sah. Das Gesicht von Dumbledore zeigte keinerlei Emotionen, was ihr fast noch befremdlicher vorkam, als dass es überhaupt die Augen offen hatte. Es schien regungslos auf etwas zu warten. Scrimgeour, der den Ausdruck auf den Gesichtsausdruck von Pr. McGonnagal erst nicht richtig deuten konnte, sah sich nun um und war nicht minder überrascht. Doch kaum hatten beide realisiert, dass das Portrait sie ansah, da begann es auch schon ebenso emotionslos zu sprechen: „Die anwesenden des Raumes werden in Kürze Zeuge der Vorlesung des letzten Willen von Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore.“ Und kaum hatte er den Satz beendet, da loderte ein Feuer neben dem Schreibtisch auf, was Scrimgeour und Pr. McGonnagal gleichzeitig den Zauberstab zücken ließ. Aber es war nur Fawkes, der auf seiner alten Stange wieder aufgetaucht war, und ein Stück Pergament im Schnabel hielt. Pr. McGonnagal brauchte eine Weile, um zu realisieren, dass sie dieses Pergament nehmen sollte. Sie nahm es Fawkes aus dem Schnabel und tätschelte ihm gedankenverloren den Kopf. Danach öffnete sie das Wachssiegel und rollte das Blatt schnell aus. Auf ihm stand in einer unsauberen Schrift ein langer Text, zweifellos der letzte Wille von Dumbledore. Sie sammelte Mut, um den Text vorzulesen, bevor ihr Scrimgeour das Papier wohl noch vor der Nase wegschnappte, wurde jedoch schnell durch eine Stimme unterbrochen. „Ich, Albus Percival Wulfric Brian Dumbledore, vermache hiermit meine gesamte Sammlung an Krimskrams, den ich in meinem Schrank, in meinen Gemächern oder sonst wo in meinem Büro aufbewahrt habe und die nicht im Eigentum der Schule sind, meiner Nachfolgerin Professor McGonnagal, sofern Sie diese behalten will“, begann das Portrait von Dumbledore zu erzählen. Die eben erwähnte Erbin sah verwundert zu Scrimgeour, der ebenso erstaunt schien. Scheinbar war auch ihm diese Art des letzten Willens unbekannt. Aber eventuell war er auch nur überrascht, das Dumbledore seine gesamten Besitztümer als Krimskrams bezeichnet hat. Das Portrait sprach nun aber weiter: „Meine Sammlung an Zauberfroschkarten und merkwürdiger Hüte, die sich in dem rechten unterem Fach des Schreibtisches befinden, vermache ich jedoch meinem Bruder Aberforth. Ich weiß, er hatte schon immer einen Blick auf den Geierhut geworfen, den ich vor wenigen Jahren an Weihnachten erhielt und auch auf meine seltene Karte von Jackomo Stoodge, ich hoffe, er findet Gefallen daran, wenn er nicht gerade vor Scham rot anläuft.“ Man merkte, dass es Dumbledores letzter Wille sein musste, nur wenige würden in ihrem Testament einen solchen Plauderton anschlagen, und nur sehr wenige würden zugeben, eine Sammlung an merkwürdigen Hüten zu besitzen, geschweige denn verraten, wo sich diese befindet. „Ebenfalls verzichten muss Minerva auf das Schwert von Gryffindor, mein Denkarium mit allen Fläschchen, die dazu gehören sowie auf Fawkes, denn diese Sachen vermache ich Harry James Potter, der sich momentan in dem Ligusterweg Nummer 4 befinden müsste. Binden Sie diese Gegenstände einfach in ein Tuch, Fawkes wird Harry die Gegenstände überreichen.“, sprach das Portrait. Scrimgeour schien nun durchaus an den Gegenständen interessiert, doch McGonnagal antwortete schnell: „Ich werde ihm die Sachen so schnell wie es geht zukommen lassen.“ Sie war sich sicher, dass das Portrait nichts hören würde, aber damit hatte sie zumindest Scrimgeour klar gemacht, dass diese Gegenstände für ihn tabu waren. „Sollte sich noch ein Gegenstand finden, der mir gehört und nicht in diesen Räumen ist, gehört er vorerst Minerva. Sie entscheidet dann, wem der Gegenstand endgültig gehört. Doch kommen wir nun zu meiner letzten Bitte“, sagte das Portrait. Sowohl McGonnagal als auch Scrimgeour lauschten nun gespannt. „Mein ganzes Leben habe ich dem Lehren magischer Gaben und Künste gewidmet. Ich habe jede meiner Entscheidungen, die ich im Leben traf immer im Gedanken an Hogwarts getroffen. Es würde mir das Herz brechen, wenn Hogwarts auf ewig geschlossen wäre. Da sich dieses Testament erst preisgibt, wenn neben dir, Minerva, auch noch Rufus Scrimgeour im Raum befindet, was definitiv innerhalb des nächsten Monats mindestens einmal geschehen wird, geht diese Bitte an Sie, Rufus. Sorgen Sie dafür, dass die Schule offen bleibt. Ich habe diesen Brief mit einigen Zauberbannen versiegelt. Solange dieser Brief im Büro des Schulleiters ist, sind diese aktiv. Ich bin sicher, Professor McGonnagal und das Lehrerkollegium haben ebenfalls einige Dinge erledigt, um das Schloss und sein Gelände sicher zu machen. Mein Letzter Wunsch an Sie, Rufus Theodorus Scrimgeour, ist, dass Sie die Schule offen halten. Ich weiß, dass Sie gerne etwas dafür verlangen würden, aber können Sie einem verstorbenen Mann eine so einfache letzte Bitte abschlagen? Bitte lassen Sie Hogwarts offen.“ Das Portrait verstummte und schloss wieder die Augen. Pr. McGonnagal sah noch eine Weile darauf, bevor sie auf das Testament guckte und bemerkte, dass dies tatsächlich die letzten Worte waren. In ihr stieg ein Glücksgefühl hoch, lächelnd sah sie zu Scrimgeour, der aussah, als hätte man ihm gerade einen Lolly aus den Händen geschnappt, den er sich unter Mühe und Not erst stibitzt hatte. Nach einer langen Zeit, in der beide ihre Gedanken ordneten, klackerte Fawkes mit dem Schnabel. Offenbar wartete er, bis man ihm mit den restlichen Erbstücken für Harry bepackt. Scrimgeour räusperte sich und stand auf: „Ich nehme an, Sie werden mir nicht verraten, was Ihre Kollegen machen, wenn Sie nicht hier anwesend sind?“ „Nein, das ist leider privat“, meinte Pr. McGonnagal und schien nun vergnügt. Rufus Scrimgeour sah enttäuscht zu Boden, entfachte ein Feuer im Kamin, warf eine Prise Flohpulver herein und murmelte dann: „Ich hab ja keine andere Wahl…aber ich erwarte, bei jeder ungewöhnlichen Aktion informiert zu werden!“ Und er stieg in den Kamin und wirbelte weg, eine sehr zufrieden aussehende Schulleiterin zurücklassend. --- Falls es teilweise merkwürdig klingt...ich habe erst nachträglich die Einrückungen bei nahezu jeder wörtlichen Rede eingefügt. Warum? Weil es in jedem HP-Band so ist, und ich den Schriftstil möglichst waren wollte So, das war ein Non-Harry Kapitel...im zweiten kommt der Namensgeber der Reihe zum Einsatz Kapitel 2: Ein lang erhoffter Abschied -------------------------------------- Es war ein ruhiger Abend im Ligusterweg, die Straße war nur erhellt durch den Schein der Straßenlaternen und einzig das Zirpen einiger Grillen war zu hören. Ansonsten war auch vom fernen Lärm einer Schnellstraße nur wenig zu hören. Der Himmel war sternenklar, und doch nicht zu kühl. Es schien, als wolle der Abend sich heute in seiner schönsten Pracht zeigen. Tatsächlich schien die Situation für einen Jungen, der aus dem Fenster im oberen Stockwerk eines Hauses sah, nahezu zu perfekt. Schließlich lag die letzten Tage ein dichter Nebel über dem Gebiet, der nun völlig verschwunden zu sein schien. Der Junge ging vom Fenster weg und sah sich wieder im Zimmer um. Drei große Koffer standen dort voll gepackt, dazu ein Reiserucksack und ein Eulenkäfig, in dem bereits eine große weiße Schneeeule saß, die aufgeregt schien und ihm ein ums andere Mal mit dem vielen Schnabelklappern auf die Nerven ging. „Sei still Hedwig“, meinte der Junge, „ich kann dich nicht mitnehmen. Im Fuchsbau bist du aber erstmal gut aufgehoben, und ich komm ja wieder vorbei.“ Die Eule schien das nicht zu interessieren, genauer schien sie beleidigt, denn nun schaute sie in eine andere Richtung. Der Junge seufzte und sah zum Reiserrucksack. Erst konnte er nicht glauben, als ausgerechnet sein Onkel, der nie auch nur ein nettes Wort zu ihm gesagt hatte, ihm den plötzlich gab und ihm herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag wünschte. Der Junge konnte ihm fast nicht die Freude rauben und ihm sagen, dass er erst eine Woche später Geburtstag hat. Genau genommen war sein Geburtstag nun nur noch fünf Minuten entfernt. Fünf Minuten…und dann war er, Harry Potter, endlich 17, volljährig, dann endlich konnte er diesem Haus auf ewig Lebwohl sagen. Er wunderte sich inzwischen gar nicht mehr, dass sein Onkel so spendabel war, denn der Gedanke, dass Harry endlich auszog war für ihn zu verlockend, als das er ihn noch länger bei sich haben müsste, weil er nicht alle seine Sachen mitbekam. Deshalb stellte er ihm auch noch 2 große Koffer bereit. Harry hatte nach kurzem überlegen entschieden, alle Sachen, die ihm gehören, die er aber unmöglich mitnehmen konnte im Fuchsbau zu lagern. Sein Freund Ron war eingeweiht und würde seine Sachen solange verstecken, bis er selber eine Woche später erscheinen würde, um bei Bills und Fleurs Hochzeit da zu sein. Eine Woche, Zeit genug für ihn, nach Godrics Hollow zu fliegen, und dort Untersuchungen anzustellen. Drei Minuten waren es nun noch, und er zog sich nun seinen Tarnumhang über. Es war de Umhang seines Vaters, und er bekam ihn von Dumbledore, seinem ehemaligen Schulleiter. Harry hielt, nachdem er den Umhang ganz angezogen hatte, kurz inne, und dachte über beide nach. Keiner von ihnen war am Leben. Er würde gleich auf den Feuerblitz steigen, den er von seinem Paten Sirius bekam, der ebenfalls nicht mehr lebte. Nur der, von dem er den Reiserucksack hatte, der war noch am Leben. Aber diese Person würde er gerne gegen einen der anderen drei eintauschen. Noch zwei Minuten. Harry hievte den schweren Reiserucksack hoch und bemerkte schnell, dass er ihn kaum auf den Rücken halten konnte. Also ließ er ihn wieder zu Boden und beschloss, ihn leichter zu zaubern, sobald die Uhr Mitternacht schlug. Dann durfte er es ja offiziell. Er sah erneut auf die Uhr, die ihm noch eineinhalb Minuten bis Mitternacht anzeigte, entschied, das es nun an der Zeit war, seine Sachen zum Fuchsbau zu schaffen, und rief dann leise, aber sicher: „Fawkes!“ Und leise, aber unmöglich zu übersehen loderte ein Feuer auf Harrys Schulter auf, in dem ein großer feuerroter Vogel erschien. Harry erinnerte sich noch lebhaft, wie überrascht er war, als Fawkes damals bei ihm ankam, bei ihm ein Tuch mit dem Schwert, das Harry selbst mehr als vier Jahre zuvor aus dem sprechendem Hut zog, und all den Erinnerungen, die Dumbledore Harry im letzten Schuljahr zeigte. Die Erinnerungen hat er nie wieder angesehen, er hatte sie jedoch trotzdem in den Reiserucksack und nicht in einen großen Koffer, da sie zu kostbar waren. Wie das Schwert. Harry hatte keine Ahnung, ob Dumbledore dachte, es würde ihm helfen, oder ob er ihm einfach am ehesten so eine Kostbarkeit anvertrauen wollte. Harry führte Fawkes zu den Koffern, die er mit einer Schnur verbunden hatte, und seufzte, als er sah, das Hedwig den Faden, der ihren Käfig mit den Koffern verband, wieder abgehakt hatte. Harry seufzte, ließ Fawkes auf den Koffern Platz nehmen und trug Hedwigs Käfig zum Fenster, welches er öffnete. „Wenn du meinst, dass du lieber selber hinfliegen willst, dann bitte. Du weißt ja noch, wo der Fuchsbau ist, oder?“, meinte Harry leicht verärgert. Hedwig schrie Harry an und flog davon. Er hörte Geräusche aus dem Zimmer seines Onkels und seiner Tante und fluchte leise, band dann schnell den Käfig wieder an die Koffer und wandte sich zu Fawkes: „Danke, das du die Sachen zum Fuchsbau bringst. Kommst du wieder, wenn ich dich brauche?“ Fawkes ließ einen leisen Laut der Zustimmung ertönen. Harry trat zurück und sah auf die Uhr. Während Fawkes und seine Koffer in Flammen aufgingen, fing Harry an, rückwärts zu zählen. Noch Acht, Sieben, Sechs, Fünf, Vier, Drei, Zwei, Eins… “Levis Rucksack“, murmelte er und deutete auf seinen Rucksack, während zeitgleich die Tür zu seinem Zimmer auf ging. In der Tür stand Vernon Dursley, sein Onkel, der eine Mischung aus Verwunderung und Freude im Gesicht und einen gestreiften Schlafanzug am Körper trug. „Du…du gehst jetzt also…hast jetzt Geburtstag, oder?“, fragte Vernon Dursley, dem es schon schwer zu fallen schien, Harry wegen dem Krach nicht anzuschnauzen oder gar wegen dem Feuer in diesem Zimmer, welches er eben sah, oder gar wegen der Nebensache, das er nur Harrys Kopf im Raum schweben sah (Harry hatte die Kapuze seines Tarnumhanges noch nicht übergezogen), nicht in Ohnmacht zu fallen. Harry grinste. Die letzten fünf Tage hatte sein Onkel zwar freundlicherweise aufgehört vorzutäuschen, dass es schon sein Geburtstag sei, aber doch die Tage bis zu diesem Datum herunter gezählt, wobei er mit jedem Tag ein Stückchen fröhlicher wurde. Und nicht nur er, auch Tante Petunia wurde dabei ertappt, wie er Harry versehentlich eine Extraportion beim Abendessen gab. Einzig Dudley hatte Angst. Harry vermutete, das er das Gefühl hatte, Harry würde sich bei seinem Abschied ein für alle Mal an ihm rächen. Das, oder Harry würde einfach die Nachbarschaft in die Luft jagen. „Ja…“, antwortete Harry und hob den Rucksack hoch (was seinen Onkel kurz einen verwunderten Gesichtsausdruck verleitete, bevor dieser sich wieder daran erinnerte, dass er schon weitaus merkwürdiges gesehen hatte), „und ich bin jetzt weg. Ich habe nur eine Bitte.“ Es sah aus, als würde Vernon im Moment alles für Harry tun, und wenn er verlangen würde, den Eulenkäfig zu säubern oder in den Garten zu rennen und Pirouetten zu drehen. „Eventuell werden einige Personen hier vorbeikommen“, begann Harry, nicht auf das erschrockene Gesicht seines Onkels achtend, „und du musst die Illusion aufrecht erhalten, das ich hier eine Woche länger bleibe…“ Vernon sah Harry an, und Harry wusste genau, mit dem heutigen Tage wollte er eigentlich den Eindruck erwecken, dass Harry nie hier gewesen war. Aber auf der anderen Hand sagte diese Aussage ja aus, das diese Personen so oder so kamen, und wenn er nur vortäuschen müsste, Harry wäre da, wäre das nur halb so schlimm, als wenn er es tatsächlich wäre. Harrys Herz machte einen Hüpfer, als Vernon scheinbar nachgab, tief Luft holte, und sprach: „Nun, meinet-“ PENG! Harry zog reflexartig seinen Zauberstab, was Vernon glücklicherweise nicht sah, da er herumwirbelte, sich im Flur mit Dudleys Smeltings-Stock bewaffnend, den dieser am heutigen Abend vor Schreck in eine Tulpen-Vase warf, als er Harry aus dem Zimmer gehend sah, und brüllte laut: „WER VERANSTALTET DA SO EINEN LÄRM? RAUS AUS MEINEM HAUS, VERSTANDEN?“ Harry empfand kurzzeitig so etwas wie Bewunderung, da Vernon scheinbar keine Angst vor dem unbekannten Eindringling hatte, verdrängte diesen Gedanken jedoch schnell und zog sich die Kapuze des Tarnumhangs über, warf seinen Rucksack, der ihn verraten würde zu Boden und eilte aus dem Zimmer, an Vernon vorbei und die Treppe herunter. Das hatte er befürchtet, Dumbledore hatte mal so etwas gesagt, dass die meisten Schutzzauber nach seinem 17. Geburtstag nicht mehr aktiv seien, aber er hatte nicht erwartet, das die Todesser so früh seinen Aufenthaltsort herausgefunden haben. Gleichzeitig auf mehrere Türen achtend wartete er am unteren Ende der Treppe. Erst war es still. Dann traute sich die Person durch die Küche in die Diele. Nach zwei Schritten bemerkte sie jedoch den Zauberstab, der in der Luft zu schweben schien, und meinte seufzend: „Ach Harry, so eine Begrüßung hatte ich von dir nicht erwartet.“ Harry selber war überrascht und ließ seinen Zauberstab langsam sinken, hielt ihn jedoch weiter auf die Person gerichtet. „Tut mir leid…“, begann er, „aber sicher ist sicher…kannst du mir beweisen, das du kein Todesser mit Vielsaft-Trank bist?“ Die Person sah Harry an und schien beeindruckt: „Du denkst an die Sicherheit, gut Harry…also, dein Patronus hat die Form eines Hirsches, du besitzt, auch wenn du es nicht gerne von dir behauptest, einen Hauself namens Kreacher und du planst, heute noch nach Godric’s Hollow zu wandern, das heißt, wohl eher fliegen, oder?“ Harry ließ seinen Zauberstab sinken, weniger, weil alle Punkte richtig waren, sondern mehr, weil Lupin von seiner Reise wusste. Für einen Moment vergaß er, wo genau er nun Lupin gegenüber stand, doch dann hörte er wieder die teils verärgert, teils verängstigt klingende Stimme seines Onkels: „Wer auch immer sie sind…hauen sie ab, verstanden?“ Lupin und Harry sahen nach oben, wo inzwischen auch Petunia aufgetaucht war, die mit angsterfülltem Gesicht und einen wie einen Knüppel gehaltenem Spiegel in den Händen etwas hinter ihrem Gatten stand. Dudley hatte sich inzwischen, so gut es geht, versteht sich, unter seinem Bett versteckt und hoffte auf ein Wunder. „Es dauert nicht lange“, meinte Lupin zu den Dursleys, „und dann sind sie uns beide los…wobei, vielleicht wäre es besser, wenn sie sich das mit anhören, kommen sie am besten runter ins Wohnzimmer“ Vernon sah zu seiner Frau, die ihm scheinbar möglichst deutlich davon abraten wollte, aber kein Wort herausbrachte. Während Lupin sich bei Harry erkundete, welche Tür den nun in das Wohnzimmer führt, machte sich Vernon grummelnd die Treppe hinunter. Harry führte Lupin ins Wohnzimmer, wo sich beide auf das Sofa setzten. Nachdem der sichtlich nervöse Vernon sich auf den Sessel gesetzt hatte, begann Lupin zu reden: „Zunächst einmal möchte ich mich entschuldigen, einfach hier reingeschneit zu sein. Ich wusste, sie würden mich für einen Einbrecher, oder noch schlimmer, für einen Todesser halten, aber ich musste so heimlich kommen. Danke hier noch mal, das sie mir keine Vase oder ähnliches an den Kopf geworfen haben.“ Vernon sah aus, als fände er es schade, das er nicht daran gedacht hat, umklammerte dafür aber umso fester den Smeltings-Stock. „Mein Name ist Remus Lupin, ich bin ein ehemaliger Lehrer Harrys. Ich bin sicher, sie kennen mich noch von King’s Cross“, sagte Lupin, und Harry fragte sich nicht nur, ob es klug war, ihn daran zu erinnern, aber auch, ob Vernon das Treffen, in dem mehrere erwachsene Zauberer ihm drohten, ihn zu verhexen, sollte Harry irgendwie schlecht behandelt werde, jemals vergessen könnte. Doch Vernon sagte nichts, was Lupin wohl als Hinweis darauf nahm, das er sich an ihn erinnerte: „Ich nehme an, Harry wollte sie schon überzeugen, ihm ein Alibi zu beschaffen. Ich nehme an, sie wollen möglichst bald zu einem normalen Leben zurückkehren, deshalb werde ich mich lieber um das Alibi kümmern…falls ihnen das nichts ausmacht, versteht sich.“ Vernon überlegte eine Sekunde und kam dann zum Schluss, das er jetzt schnell etwas sagen müsse, ehe das Angebot wieder zurückgenommen worden würde: „Also, ähm…das…das wäre gut…das heißt dann auch, das keine komischen…das keine von…Euresgleichen…hier vorbei schauen?“ „Nein“, meinte Lupin lächelnd, „das heißt, wenn ich das überzeugend genug spiele, was ich aber schon glaube…ich hab dabei ja Hilfe.“ Eine zeitlang sah er leicht verstimmt aus, aber Harry schrieb das seiner inzwischen aufkommenden Müdigkeit zu, da Lupin sofort weiter redete: „Ich bin mir nicht sicher, ob sie gehört haben, in was für gefährlichen Zeiten wir uns befinden, aber falls sie beunruhigt waren, darf ich ihnen versichern, das wir ihre Straße und erst recht ihr Haus rund um die Uhr, falls irgendwas passiert, falls irgendjemand versucht, in ihr Haus einzudringen, sind wir sofort da, und stellen diese Leute.“ Die Nachricht, das eine Gruppe von Zauberern sein Haus bewachen schien seinem Onkel nicht behaglich, aber Harry fühlte, Lupin hatte seine Worte richtig gewählt. Nachdem Onkel Vernon eine Weile still da saß und sich selbst zwang, weder „Danke“ noch „Verschwinden sie aus meinem Haus“ zu sagen, stand Lupin auf und sah dorthin, wo er Harrys Zauberstab sah: „Harry, ich denke wir sollten aufbrechen. Hol deine Sachen runter, ich würde gerne ein Stückweit mit dir gehen und ein paar Sachen mit dir bereden. Wir können deinen Onkel schließlich schwer aus seinem eigenen Wohnzimmer werfen, um unter uns zu sein.“ Harry und Vernon brauchten beide eine kleine Weile, bis sie ihre Gedanken soweit geordnet hatten und aufstanden. Harry eilte sofort in sein Zimmer hoch. Die Gedanken kreisten in seinem Kopf umher. Lupin würde ihm ein Alibi beschaffen? Einfach so? Oder verlangt er gleich eventuell, dass er mitkommen soll? Wer waren die anderen? Wie viele würden mithelfen? Der ganze Orden konnte es nicht sein, dann wäre das Alibi sinnlos. Und wieso würden sie den Ligusterweg bewachen? Doch als er mit dem Rucksack und seinem Besen unten ankam, hatte er nur noch eine Frage im Kopf: „Bleibt Hogwarts eigentlich offen?“ Lupin öffnete ihm die Tür und sagte: „Spielt das für dich eine Rolle? Du wolltest doch eh nicht mehr hin, oder?“ Harry war jetzt noch überraschter: „Woher wissen sie das?“ „Oh, du solltest aufpassen, wer deine Gespräche belauscht…und dir eine Frage vorweg zu nehmen, ich passe gerade auf, genauer gesagt, Tonks tut das. Das Überwachungssystem für den Ligusterweg funktioniert schon, und sie bewacht grade die Gegend, um zu sehen, ob wir vielleicht belauscht werden. Aber nun zu deiner Frage. Also, nicht nur du hattest den Wunsch davon, etwas für dich allein zu sein. Tonks und ich hatten kurz vor dir entschieden, etwas spazieren zu gehen. Sie konnte ihre Tränen nur schwer zurückhalten und als wir dich sahen, wollte sie dir nicht so gegenübertreten…naja, wir gingen ein Stückweit in den Wald rein, konnten aber sowohl dein Gespräch mit Scrimgeour als auch mit deinen Freunden genau hören. Aber keine Angst, sonst war keiner im Wald, und ansonsten hätte die Person einen Tarnumhang tragen müssen, und selbst dann müsste man sie bemerkt haben. Wir haben eine zeitlang überlegt, dich zu hindern, aber wir haben uns gedacht, dass du dich erstens nicht hindern lässt und zweitens, dass es quatsch wäre, da du ja scheinbar genau weißt, was du tun musst. Wobei ich bis heute nur ahnen kann, was Horkruxe sind.“ Harry sah zu Boden. Wenn nun ein anderer außer Lupin und Tonks zugehört hätte…er fluchte insgeheim über seine Unachtsamkeit, während beide inzwischen das Ende des Ligusterweges erreichten. Nach einiger Zeit begann er dann weiter zu reden: „Nun…was das ist kann ich dir irgendwann vielleicht erzählen…aber fest steht, ich muss vier davon noch zerstören, mit etwas Glück sogar nur drei, denn eines hat ein anderer vielleicht schon zerstört. Aber dann muss ich den Beweis dafür haben. Vorher kann ich nicht gegen Voldemort kämpfen…“ „Verstehe…gibt es irgendetwas, das wir für dich tun können, um dir in dieser Mission zu helfen? Gibt es Möglichkeiten, diese Horkruxe aufzuspüren?“, wollte Lupin wissen. Harry schüttelte den Kopf: „Ich kann nur raten…aber Dumbledore hat vermutet, das sie an Stellen versteckt sind, die Voldemort irgendetwas bedeutet haben…wo er Triumphe gefeiert hatte oder ähnliches…“ Harry dachte kurz nach, und fügte dann an: „Das heißt…wenn du oder einer vom Orden irgendetwas über Voldemorts Leben erfährt oder so…dann würde mir das vielleicht helfen…wir können ja Fawkes oder Hedwig benutzen, um Kontakt zwischen uns zu wahren…“ „So könnten wir es machen…ich würde eh lieber mit dir im Kontakt bleiben“, meinte Lupin dann. Er sah zum Himmel und meinte dann: „Du solltest dich vielleicht beeilen, wenn du bis zum nächsten morgen in Godric’s Hollow sein willst...achja, wenn du losfliegst…“, er zielte auf Harrys Rucksack und danach auf seinen Besen, worauf diese ebenfalls unsichtbar wurde, „dann möglichst ganz getarnt, verstanden?“ „Ähm…was wurde nun genau aus Hogwarts?“, fragte Harry, dem mit flauen Gefühl im Magen einfiel, das Lupin dieser Frage gekonnt ausgewichen war. Lupin lächelte: „Entschuldige, das ich dir das noch nicht beantwortet hab…Hogwarts bleibt offen.“ Harry fühlte, das ihm ein großer Brocken vom Herzen fiel, als Lupin weiterredete: „Damit nicht genug, es wird einige Veränderungen geben…andere Schulen hatten nicht das Glück, geöffnet zu bleiben, so sind vier der fünf amerikanischen Schulen geschlossen worden. Da Hogwarts ziemlich leer wurde, hat man mit dem neuen Ministerium der USA den Beschluss getroffen, einige Schüler aus den USA nach Hogwarts zu schaffen…es haben sich nicht wirklich viele gemeldet, aber immerhin…die beiden freien Lehrerposten werden auch von Lehrern aus den USA gefüllt…“ Harry brannten nun immer mehr Fragen auf der Zunge, er wusste gar nicht, welche er zuerst stellen sollte. Irgendwie war es immer nach dem Urlaub bei den Dursleys so, das er das Gefühl hatte, Unmengen verpasst zu haben, die er dann möglichst innerhalb von Sekunden wieder aufholen wollte. „Wieso zwei neue Posten? Eigentlich ist doch nur Sn-…eigentlich ist doch nur der Posten für Verteidigung gegen die dunklen Künste frei“, war die Frage, für die sich Harry als erstes entschied. „Du vergisst, das Pr. McGonnagal nun den Posten des Schulleiters einnimmt“, meinte Lupin und seufzte, „und selbst, wenn sie es dürfte, wären zwei Posten auf einmal wohl zuviel für sie…“ „Warum?“, fragte Harry, als er den mitleidigen Ausdruck in Lupins Augen sah. Lupin überlegte eine Weile und begann dann: „Naja…sie…scheint die Last nicht so tragen zu können…sie verbringt sehr viel Zeit in ihrem Büro…Flitwick hat mir erzählt, er erledigt inzwischen den Großteil der zu erledigenden Arbeiten…und das letzte Mal war sie kaum ansprechbar, als er in ihr Büro kam…“ Lupin sah zu Boden und Harry wollte da lieber nicht weiter nachfragen. Stattdessen sah er zu seinem Besen und bestieg diesen. Doch bevor er abflog kam ihm noch eine Frage in den Sinn: „Ist eigentlich in Sachen Todesser noch etwas passiert? Der Tagesprophet hat nur sehr spärlich berichtet, und seit einigen Tagen kommt keiner mehr hier an…“ „Weil die Hauptzentrale Ziel eines Angriffs war“, meinte Lupin, „Barnabas Cuffe, der Chefredakteur, hat sich wohl geweigert, den Todessern beizutreten und denen dann einen großen Kampf geliefert…leider ohne gutes Ende…ansonsten gab es noch ein Duell in Edinburgh, wo ich auch dabei war…Kingsley hat eine Wunde bekommen, weil er durch einen heruntergefallenen Ziegel erwischt wurde, aber ansonsten blieben wir ohne Verluste, auch wenn es ein paar Mal ganz knapp war…“ Harry sah ihn an und bemerkte, das er seinen Arm hielt, wo er scheinbar eine Wunde hatte, wollte aber nicht weiter nachfragen. „Ich schick Fawkes, wenn etwas Dringendes anliegt, ansonsten sehen wir uns dann ja zur Hochzeit…oder kommst du nicht hin?“, fragte Harry. Lupin lachte leise: „Du glaubst wirklich, das ich so etwas verpassen würde? Und wenn mir der Orden auch noch so viel Arbeit aufhalst, ich werde mir den Termin freihalten.“ Harry lächelte (auch wenn Lupin es nicht sehen konnte). „Gut…dann sehen wir uns da ja…wünsch mir Glück“, sagte Harry und hob ab. „Der Gegenzauber für die Unsichtbarkeit ist Aparecia“, meinte Lupin, Harry nachwinkend. Harry sah in der Luft noch kurz nach Lupin und flog los, immer in Richtung Nordwesten, nach Godric’s Hollow. --- endlich...im dritten Anlauf macht mein Lappi keine Szene, als ichs eingefügt habe...so, nun wissen Harry und ihr mehr über die Geschehnisse, an wirklichen Duellen gab es nicht viel, aber Lupin hat ja nun nicht über die restlichen unheilvollen Sachen berichtet. Todesser sind ja nciht unbedingt auf Duelle aus, sondern ezrstören gerne Muggel und Muggeleigentum, aber darüber wurde hier nun nicht berichtet, das war ja eh klar...nur falls ihr euch wundert, warum so wenig passiert sein soll, hier wurde lediglich von direkten Begegnungen zwischen Todessern und dem Orden geredet Nun gehts also nach Godric's Hollow...doch was gibt es da zu entdecken? Einen Horcrux? Hinweise über Harrys Vergangenheit? Naja...lasst euch überraschen^^ Kapitel 3: Godric's Hollow -------------------------- Der Flug nach Godric’s Hollow war kalt und lang. Harrys Finger, die inzwischen einen bläulichen Ton annahmen und sich taub anfühlten, klammerten sich um seinen Feuerblitz, der ihn zwar schnell voran brachte, aber diese große Entfernung auch nicht einfach weghexen konnte. Mehrmals dachte er darüber nach, irgendwo zwischen zu landen, aber, wie Harry leider bewusst war, wusste er genau, dass das zu riskant wäre. In seinen Gedanken über den Flug war er immer so schnell am Ziel gewesen, doch erst nachdem er schon einige Zeit in der Luft gewesen war, erinnerte er sich wieder an den langen, beschwerlichen Besenflug zum Grimmauld Place Nummer 12, wo er mit Mitgliedern des Phönixordens zwar viele Umwege flog, aber doch eine deutlich kürzere Strecke vor sich gehabt hatte. Um den Weg zu finden, orientierte er sich an den fernen Lichtern der Autobahn, doch musste er ein paar Mal aufpassen, an Kreuzungen den eingeprägten Weg zu finden, gleichzeitig aber nicht gesehen zu werden. Er wusste nun, warum ihm Mad-Eye Moody damals diesen Desillusionierungs-Zauber verpasst hatte, denn sein Tarnumhang flatterte sehr stark im Wind. Ein ums andere Mal war sein Kopf ungeschützt, und bei einer besonders starken Böe flog ihm der Umhang fast davon, nur durch Glück und Reaktionsschnelligkeit konnte er ihn festhalten. Aber zum Glück hatte er da Preston gerade hinter sich gelassen und befand sich auf weitgehend schwach besiedeltem Terrain in Nordwestengland. Aufatmen wollte er aber erst, als er aus der Höhe endlich die ersten Schilder fand, die Whitehaven ausschilderten, denn nun war sein Ziel nicht mehr weit. Er wusste nicht, wie lange er inzwischen in der Luft war, aber das war ihm egal. Er war fast da, und es war immer noch dunkel, er würde also nicht am helllichten Tag in dem Dorf ankommen, in dem er sein erstes Lebensjahr verbracht hatte. Bis er dann aber über Godric’s Hollow (oder dem Dorf, das Godric’s Hollow sein müsste, denn so sicher war er sich nicht) ankam, war es doch schon fast wieder hell. Das hieß für ihn gehobene Wachsamkeit, denn er hatte wenig Lust, den Muggeln in dem Dorf erklären zu müssen, warum nach einer Windböe plötzlich sein Kopf aus dem Nichts auftauchte, und schon gar nicht, das dann Ministeriumsarbeiter kommen, denen er erklären musste, was er bitteschön hier verloren habe und warum er die Gesetze zur Geheimhaltung der Magie den so stark brechen wollte. Deshalb wollte er lieber erst zum Dorfanfang, wo er dann zunächst das Ortsschild lesen konnte, um zu wissen, ob er überhaupt richtig war, und dann hinter einem Busch oder Stein landen könnte, um unbemerkt ins Dorf zu kommen. Doch im Anflug auf eine der Zufahrtsstraßen fiel ihm etwas im dem Dorf ins Auge. Er stieg wieder etwas höher und sah genauer hin, worauf er bemerkte, das verschiedenfarbene Funken in unregelmäßigen Abständen im Dorf zu sehen waren. Und zwar nicht an einer Stelle, wer auch immer die Funken verursachte, er bewegte sich mit schneller Geschwindigkeit und scheinbar wild seinen Weg wählend durch die Gassen der Ortsschaft. Harry klammerte sich um seinen Besen. Bitte lass es keine Todesser sein…bitte lass es keine Todesser sein…, betete er, während er weiter gut 20 Meter in der Luft schwebend die Situation abwartete. Dann sah er zwei Personen, eine größere Person, die vermummt zu sein schien und fortwährend Flüche abschoss und eine leicht kleinere Person, die zwar auch mit dem Zauberstab fuchtelte, aber durch die ständigen Attacken der anderen Person scheinbar nicht zum Zug kam. Harry, der sich sicher war, das das Ministerium hier eh Gedächtnisse verändern muss, flog schnell in eine Seitengasse, in der er seinen Besen an einen Mülleimer lehnte und eilte zur Hauptstraße, wo er die beiden Personen bis eben sah. Doch er war scheinbar zu spät, niemand war mehr hier. Harry rannte, immer noch vom Tarnumhang bedeckt die Straße entlang und horchte angespannt. Er hatte nicht gedacht, so schnell in einem Kampf zu geraten. Beim näheren nachdenken stellte er jedoch auch fest, das er nicht erwartet hatte, das sein erster Kampf so ablief. Er schien in irgendetwas reinzuplatzen, und obwohl er sich sicher war, das kein Todesser einen so Aufmerksamkeit erregenden Kampf liefern würde, wenn er alleine unterwegs war, fand er keine anderen Todesser. Doch gerade, als er den Gedanken fixierte, das diese beiden Kontrahenten vielleicht die letzten beiden Überlebenden ihrer Parteien sein könnten (und der Gedanke war ihm mehr als unangenehm), polterte eine Tür zu seiner linken auf, aus der dann die flüchtende Person stolperte. Sie landete unsanft auf dem Boden und schien sich den Arm verletzt zu haben. Erst dachte er erschrocken, dass die Person unweit von ihm Ron wäre, doch auf den zweiten Blick erkannte er, dass die Haare nicht rot, sondern mehr orange waren. Wirre orangene Haare, die einem Jungen gehörten, der, wie Harry erstaunt feststellte, in etwa in seinem Alter sein müsste. Doch kaum hatte er diese Entdeckung verarbeitet, da hechtete die vermummte Person aus dem Haus. „STUPOR!“, brüllte sie, auf den Jungen zielend. Der Junge reagierte reflexartig und konterte den Fluch, indem er seinen Zauberstab mit der gesunden Hand wie ein Schwert gegen diesen schwang. Der Fluch änderte die Richtung und krachte gegen die Regenrinne am Haus, womit es diese aus ihrer Verankerung riss. Noch während diese krachend zu Boden fiel, begann die vermummte Person lächelnd zu reden: „Du hast mir einen netten Kampf geliefert, aber der ist nun vorbei. Einzelne Flüche kannst du kontern, aber jetzt, wo du mir so bereitwillig wie auf einem Silbertablett vor mir liegst, hab ich genügend Zeit, dich zu treffen…“ Der Junge grinste: „Du triffst ja nicht mal einen Drachen aus dieser Entfernung, da hab ich keine Angst…“ Harry war noch am Überlegen, wie er am Geschicktesten in den Kampf eingreift, da hob die vermummte Person den Zauberstab: „Avada-“ Doch dann passierte etwas, das nicht nur dem Vermummten erstaunte. Auch Harry, den Zauberstab zur Verteidigung des Jungen schon erhoben, war urplötzlich abgelenkt, als ein lautes, pfeifendes Geräusch aus dem Haus kam, aus dem die beiden eben gerannt waren. Nur eine Person hatte dieses Geräusch offenbar erwartet. Der Junge hob nämlich, als die vermummte Person in Haus sah den Zauberstab und sprach laut und deutlich: „Avada Kedavra!“ Ein grüner Lichtblitz jagte aus dem Zauberstab des Jungen und traf die vermummte Person unerwartet. Er wurde gegen die Häuserwand geschleudert und fiel in das Blumenbeet. Die Augen weit geöffnet schaute er nun zwischen Hortensien und Tulpen hervor, und Harry wusste, dass er tot war. Der Junge atmete erleichtert auf und sah seinen Arm nochmals an. Dann stand er auf und sah sich sorgfältig um. Sein Blick blieb an Harry heften, welcher erst dann aus seiner Trance gerissen wurde. So bemerkte er zu spät, dass sein Tarnumhang ihm erneut vom Kopf geweht worden war. Der Junge hob seinen Zauberstab und murmelte: „Lumos.“ Scheinbar war er verwirrt, einen Kopf in der Luft schweben zu sehen, doch als er Harrys Gesicht erkannte, begann er zu lächeln. „Hatte insgeheim gehofft, dich hier zu treffen…für die Action kommste aber zu spät, Harry.“ Der nun komplett verwirrte Harry wusste nicht, wie er antworten sollte. Der Junge trat auf ihn zu und musterte ihn genau. „Wie machst du das?“, fragte er dann, "also das mit dem unsichtbar sein…ist das ein Umhang?“ Harry ordnete seine Gedanken und kam zu dem Entschluss, das reden vielleicht keine schlechte Idee wäre. „Ja…ein Tarnumhang“, begann er, „ähm…was ist hier eigentlich passiert?“ „Oh, nur’n paar Todesser“, sagte der Junge und tat so, als wäre das etwas alltägliches, „hat mich ne Menge Arbeit gekostet…aber reden wir doch erstmal im Haus weiter…ich muss mir auch noch überlegen, wie ich dem Ministerium bescheid sage…“ „Mehrere? Aber…hast du die alle…“, fragte Harry, der die letzten Worte nicht aussprechen konnte und nur noch zum toten Todesser sah, der die beiden noch immer aus dem Blumenbeet anzustarren schien. Der Junge ging langsam wieder in Richtung Haus zurück und meinte: „Ach was…ich habe die Horde in einem Haus gesehen und habe sie vorsorglich ausgeschaltet…gegen zehn Todesser wär’ ich nie angekommen…aber komm doch rein, ich erzähl dir drinnen alles. Keine Angst, da drinnen schlafen sie. Das ganze Dorf schläft noch so an die 6 Stunden.“ Harry folgte dem Jungen zögernd in das Haus, wo dieser sich schon an einem Kühlschrank bediente. „Kalte Hähnchenkeulen“, murmelte er und nahm einen Teller des Genannten raus, „besser als nichts, hab jetzt Hunger.“ Harry setzte sich an den Tisch. Der Junge schien genau zu wissen, was er tat. Das, oder er handelte sehr spontan. Nachdem er sich zu Harry gesetzt hatte und von einer Keule abgebissen hatte, bot er Harry durch zuschieben der Schale auch vom fremden Essen an. Doch dieser wollte nun erst seine Fragen beantwortet haben. „Kannst du mir noch mal genau sagen, was hier passiert ist?“, fragte Harry etwas deutlicher. Der Junge schluckte seinen Bissen herunter und dachte kurz nach. „Wo fange ich an…achja, ich wollte heute hierher kommen, um mich hier ein wenig umgesehen. Ich hab gehört, dies sei der Ort, an dem dein Mythos entstand. Du weißt schon, den Todesfluch überleben und so. Hatte mir gedacht, dass wenn ich hier ansonsten nichts finde, ich dich eventuell treffe. Naja, stattdessen habe ich zunächst diese Todesser getroffen…ich ging grade eine Straße entlang, und die waren alle in einem Haus und schienen auf was zu warten, als einer von denen ne Vase umwarf. Da hatte ich Glück gehabt, ich wär’ einfach dran vorbeigelaufen und wär’ wohl in einen Hinterhalt geraten. Naja, wie dem auch sei, ich entdeckte die Zehn und dann hatte ich eine Idee, wie ich alle zehn außer Gefecht setzen konnte und die ganzen Muggel im Dorf gleich mit. Ich verließ das Dorf, suchte das Hauptwasserrohr und kippte meinen kleinen Schlummertrunk da rein.“ „Deinen was?“, unterbrach Harry den Jungen, der die ganzen Erklärungen in einem solchem Tempo vorgesetzt bekam, dass er nur Bruchstücke sofort erfassen konnte. Das Harry erst jetzt wirklich die Gedanken zum einhaken fand, war Zufall, aber letztlich fragte sich Harry, ob er ihn nicht erstmal ganz ausreden hätte lassen sollen. Der Junge schien aber nicht genervt, sondern eher erfreut, dass sich Harry für die Einzelheiten seines Plans interessierte. „Meinen kleinen, persönlichen Schlummertrunk“, meinte er, eine kleine Phiole aus seinem Umhang ziehen. Es war zwar völlig leer, doch sah man ihr an, dass etwas in ihr gewesen war, auch wenn sie fest verkorkt schien. „Ich würd’ es dir gerne zum Schnüffeln geben, aber dann wärste die nächsten Stunden außer Gefecht. Als ich es erfunden habe, war ich erst am nächsten Tag wieder ansprechbar. Hatte es geschafft, mich dreimal in Folge einzuschläfern. Naja, wo war ich…“, fragte er nachdenklich, während er die Phiole zurückstopfte. „Achja, als ich das in die Wasserleitung schüttete“, meinte er, den Faden wieder findend, „Der Trick dabei ist ja, dass es etwas verwässert so in jedes Haus kommt. Dort verbreitete es sich und machte die Muggel zu Langschläfern und die Todesser zu Spontanschläfern. Naja, bis auf den einen…der schien ne Erkältung zu haben oder so, hat mich ne geschlagene Stunde durchs Dorf gejagt…verflixt flink der Bursche.“ Harry war in Gedanken wieder bei dem Todesser, der ja noch im Vorgarten lag und fragte: „Aber…hätte es nicht gereicht, ihn zu schocken? Ich mein…wenn das Ministerium kommt, müssten die dich doch gleich mit verhaften, da du einen verbotenen Fluch benutzt hast.“ „Deshalb lass ich auch nur ne anonyme Botschaft zurück, benutze meinen Decknamen. Hier auf der Insel wird man ihn kaum kennen, aber ziemlich bald wird auch hier der Name Windwaker in aller Munde sein“, meinte der Junge und begann, seine Hähnchenkeule weiter verschlingend, „was den Todesfluch angeht…den wollte er selber ja erst auf mich abschießen. Das Ministerium hier soll eh kurz davor sein, den Fluch bei potentiellen Todessern zu erlauben, und ich war schon immer ein bisschen schneller als die Justiz. Mein Gott…wie musst du als Engländer nur von mir Ami denken, da plauder’ ich so lange mit dir, ohne dir meinen Namen zu nennen. Deinen brauchste mir ja nicht zu nennen, würd mich überraschen, wenn irgendein Zauberer den nicht kennt. Also, ich heiße Jack Stamper.“ Der Junge streckte ihm die Hand entgegen, doch Harry war nicht ganz danach, diese zu schütteln. Der Junge schien etwas verwirrt, da Harry seinen Gruß nicht erwiderte und fragte: „Ist etwas?“ Harry sah Jack mit einer Mischung aus Verwirrung und Misstrauen an. „Wer bist du, dass du dir herausnimmst, zu entscheiden, ob Andere das Recht haben zu leben oder nicht?", rutschte es aus ihm raus. Jack hielt ihm noch eine Weile seine Hand entgegen, bevor er sie zurücknahm. "Ich hätte mir sowas moralisches von dir denken können...aber mach dir keine Sorgen, ich bin kein wahlloser Mörder. Aber die Typen hatten es nicht anders verdient. Diese Gruppe hatte schon genügend Opfer auf dem Gewissen, und gegen Scrimgeours Foltermethoden wirkt der Tod da sogar noch sehr befreiend." Jack ging wieder zum Fenster und sah hinaus. "Ich habe meine Mittel, die ich für angemessen halte...und wenn du das nicht findest, dann auch ok, ich dachte nur, wir könnten zusammenarbeiten." Harry übersprang die Frage nach Foltermethoden von Scrimgeour und ging gleich zur neuen Frage über: "Zusammenarbeiten? Wie meinst du das?" "Wie ich's sage", meinte Jack, weiter aus dem Fenster sehend, "du hilfst mir, ich helfe dir, wenn wir was herausfinden, sagen wirs dem anderen. Du schaffst mir Alibis, ich dir." "Wieso sollte ich das wollen?", fragte Harry, der nun immer mehr davon überzeugt war, mit dieser Person besser nie etwas zu tun zu haben. "Es könnte dir vielleicht nützen, immerhin hab ich...", begann Jack, doch er verstummte. Sein Gesicht wechselte von einem heiterem zu einem verwirrtem, und schließlich zu einem alarmierten Gesichtsausdruck, worauf er schnell in seinen Umhang griff um Zettel und Stift raus zu holen: "Wir müssen weg, draußen sind Ministeriumsmitarbeiter. Am besten, wir apparieren." Harry sprang auf und erkannte auf den Straßen eine handvoll Menschen, die sich scheinbar schnell umsahen. "Wo treffen wir uns?", fragte Jack, der eine handgeschriebene Notiz auf den Küchentisch warf. Harry hatte nun nicht die Nerven, mit Jack zu diskutieren, und meinte schnell "Whitehaven..." Er warf sich den Tarnumhang über, doch nach kurzem Überlegen verwarf er den Gedanken, sich seinen Besen irgendwie zu holen. Die Chance, geschnappt zu werden war doch zu groß. Also erinerte sich Harry so gut er konnte an den Ortseingang von Whitehaven und war mit einen Plopp verschwunden. Nur Sekunden später spührte Harry, das er etwas dummes gemacht hatte. Er hatte weder den Zielort gut im Kopf, noch sich auf das Apparieren gut genug konzentriert, und kaum konnte er wieder feste Umrisse zu sich sehen, spührte er einen stechenden Schmerz in seinem rechten Arm. Während er sich reflexartig in die Büsche bewegte, bevor ihn jemand sah, warf er einen Blick auf das schmerzende Körperteil. Ein Blick, den er schnell bereute. Es war nicht viel, aber ein halbkriesförmiges Stück seines Unterarmes fehlte, und mit ihm wichtige Muskeln und Knochenteile, Hautlappen und ein Stückchen Blutgefäßleitungen. Harry hatte seinen Arm zersplittert. --- Tja, der Besuch in Godric's Hollow war ja ein ziemlicher Reinfall. Nach beschwerlicher Reise rauscht er mitten in einen Kampf, trifft den scheinbar sehr von sich überzeugten Jack, der vor Mord nicht zurückschreckte, wird beinahe von Ministeriumsmitarbeitern gefasst, verliert seinen Feuerblitz und zersplittert seine Hand...ich würde mal sagen, Fiasko. Aber warum warteten so viele Todesser dort? Und warum könnte Jack Harry von Nützen sein, wie er sagt? Hosted by Animexx e.V. (http://www.animexx.de)